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Die Narren rüsten am Dreikönigstag zur fünften Jahreszeit | Alemannische Fasnet in Bad Waldsee

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Wenn sich die Narren in Bad Waldsee zur fünften Jahreszeit rüsten, treffen ehemalige Waldseer, Einheimische und Gäste aufeinander. Bis aus Stuttgart reist die politische Prominenz an. Sie genießen die Lebensfreude während dieser Tage. Schon seit dem 15. Jahrhundert wird dieser gute alte alemannische Brauch gefeiert. Und weil die Fasnet viel älter ist als die Prädikatisierung zum Heilbad – dies geschah erst 1956 – heißt es bis heute "Waldseer Fasnet". Alte Bräuche begeistern ab 19. Februar 2020 die Besucher: Nach jahrzehntelanger Abwesenheit sind die Fasnetsrsössle wieder beim Umzug dabei. Der Wächsebrauch lockt Kinder wie Schüler am Gumpigen Donstig. Und den fünf Waldseer „Fasnets-Gesichtern“ begegnet man auf Schritt und Tritt. 

Mit dem "Gschellabstauben" am Dreikönigstag, 6. Januar, rüsten die Narren für ihre urigen Umtriebe. Mit der Ruhe und Beschaulichkeit in dem oberschwäbischen Heilbad ist es vorbei. Die fünf Masken, die die fünfte Jahreszeit in Bad Waldsee prägen, werden abgestaubt: Schrättele, Faselhannes, Narro, Federle, Schorrenweible und zahlreiche weitere Narren treiben dann ihr Unwesen.

Der Zunftball am 15. Februar ist der erste Höhepunkt der närrischen Zeit. Wenige Tage später wird es zur Hochfasnet vom 19. bis 25. Februar besonders umtriebig. Die Narren entmachten die Regierenden – sie holen am Mittwochabend (19.2.) im Rathaus ihr Narrenrecht ab. Der Waldseer Narrenruf „AHA“ wird jetzt bis zum Aschermittwoch zu hören sein. Wenige Stunden später stürmen um Mitternacht gespenstisch anmutende Hexen, Schrättele genannt, den Rathausplatz. Sie tanzen beim Schrättelestanz auf ihren Besen ums lodernde Feuer. Hinzu kommen die Weißnarren und der redselige Faselhannes. Gemeinsam vertreiben sie die rauen Wintermächte.

Frühmorgens am Gumpigen Donstig (20.2.) wird am Wurzacher Tor schließlich die Fasnet ausgerufen und für die von der Schule befreiten Schüler regnet es beim Wächsebrauch Brezeln, Wecken und Landjäger aus dem ersten Stock. Dieser bis heute lebendige Brauch geht auf das Jahr 1878 zurück. In einer Zeitungsausgabe ist von einem alten Paar mit großen Köpfen die Rede. Gemeint war das Ehepaar Albrecht (Wächse), das eine Wachszieherei am Kirchplatz besaß und dort, maskiert mit großen Schwellköpfen, mit dieser Belohnung für die Kinder begann. Anschließend treibt der Jung-Elferrat, kostümiert als Zimmermänner und Geometer, Werners störrischen Esel durch die Gassen und stellt im historischen Zentrum den Narrenbaum auf. Um 14 Uhr findet der Narrensprung mit den heimischen Masken statt. Nach bald 70 Jahren Abwesenheit ist die Rössle-Truppe mit ihren Pferdeattrappen wieder dabei – ein Schimmel, ein Rappe und ein Brauner. Sie führten Mitte der 20er Jahre den Umzug an und sollen Nahrungsmittel und Bares für Kinder und Bedürftige gesammelt haben. Danach feiern einheimische und fremde Narren in den Gasthöfen und Kneipen der Stadt.

Am Samstagabend (22.2.) lädt die Zunftparty unter den Arkaden zum Besuch und am Fasnetssonntig (23.2.) gibt es neben den Partys auch eine Narrenmesse. Am Fasnetsmontig (24.2.) ziehen beim großen Narrensprung ab 14 Uhr zahlreiche schwäbisch-alemannische Zünfte durch die Innenstadt. Am Fasnetsdienschtig (25.2.) lädt der Narrennachwuchs zum Kinderumzug. Danach beginnen die Stunden der Trauer: Die Besen werden verbrannt und die "verstorbene" Fasnet, das auf einer Leiter liegende Mäschkerle (Puppe), wird den Fluten des Schlossbaches übergeben. Schlag 24 Uhr läutet die Fasnet im historischen Kornhaus aus.

Die Waldseer Masken
Die Masken der Hauptfiguren werden durchweg aus Lindenholz hergestellt, keine gleicht der anderen. Jede von ihnen hat eine Nummer, die Träger lassen sich also identifizieren. Derzeit gibt es drei zugelassene Maskenschnitzer. Wer jedoch eine Maske möchte, muss zuerst Mitglied in der Narrenzunft werden und den Verein tatkräftig unterstützen. Die Hexe Schrättele leitet ihren Namen vom „Schratt“ ab – einem Dämon und Plagegeist. „Mi hot heut Nacht s`Schrättele druckt“ heißt es bis heute nach schlaflosen Stunden. S’ Federle ist der Böse von Waldsee, der als Jäger verkleidet die Frauen verführt. Narro trägt bunte Federn und hüpft wie verrückt vor Lebensfreude – meist zusammen mit dem Faselhannes, der schelmisch-lachend lokale Anekdoten brabbelt. Und das Schorrenweible, einst die Kräuterfrau aus dem Wald, humpelt mit ihrem Korb durch die Gassen.

Logenplatz im Urlaub
Das historische Hotel Grüner Baum mit der bei Narren beliebten Bäumle-Stube bietet zur Fasnet ein Arrangement mit drei Übernachtungen und Halbpension mit schwäbischen Fasnetsgerichten einschließlich Logenplatz für die Umzüge ab 209 Euro pro Person. Immer sonntags wird bis zur Hochfasnet im Restaurant Bäumle bei Fasnetsmusik gefeiert.

WEITERE INFOS: 
Tourist-Information Bad Waldsee, 88339 Bad Waldsee, www.bad-waldsee.de, www.narrenzunftwaldsee.de

Zu Bad Waldsee
Die über 20.000 Einwohner zählende Stadt Bad Waldsee liegt eingebettet zwischen zwei Seen etwa 40 Kilometer nördlich des Bodensees im Herzen Oberschwabens. Das Urlaubsdomizil ist prädikatisierter Kneippkurort "Premium-Class" und Moorheilbad und bietet in der Waldsee-Therme ein großes Vitalangebot. Die vom Mittelalter geprägte Altstadt mit ihren barocken und gotischen Sehenswürdigkeiten lädt zum Kulturbummel während des ganzen Jahres ein. Spannend zu erleben sind die vielen Museen bis zum Spätzlemuseum im historischen Vötschenturm. Golfer schlagen gerne im fürstlichen Waldsee Golf-Resort mit 45 Löchern ab. 


Bad Waldsee / Lauingen, 3. Januar 2020

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Bild zum Download: Das umtriebige Waldseer Schrättele 
Bildrechte: Tourist-Informatiion Bad Waldsee

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